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Antrag zur 169. Sitzung der Fluglärmschutzkommission Hamburg
Die FLSK möge beschließen:
Die Flughafen Hamburg GmbH und der Senat werden gebeten, eine Risikoanalyse für den Flughafen Hamburg zu erstellen.
Die Risikoanalyse soll insbesondere
aufzeigen, welche Absturzrisiken in welchen Gebieten im Umfeld des Flughafens Hamburg (Stadtgebiet Hamburg und Umlandgemeinden) bestehen (Wahrscheinlichkeiten und mögliche Schadensausmaße),
Szenarien für mögliche Unfälle (worst-case-Analysen) aufzeigen,
aufzeigen, welche Schadenspotenziale (Personen- und Sachschäden) in welchen Gebieten bestehen,
Auswirkungen der Bebauung in den Flugerwartungsgebieten und in den Unfallerwartungsgebieten auf das Flugunfallgeschehen analysieren und darstellen,
Einrichtungen und Gebiete mit besonders hohem Schadenspotenzial ermitteln,
mögliche Folgeschäden (z.B. bei Absturz auf Gebäude, Anlagen, Fahrzeugansammlungen mit Gefahrstoffen) analysieren und Gebiete / Anlagen mit potenziellen Folgerisiken ermitteln,
aufzeigen, inwieweit die Gebäude im Flughafenumfeld hinreichend vor Flugzeugabstürzen gesichert sind und inwieweit Verbesserungen möglich sind,
den gegenwärtigen Stand der Katastrophenbewältigung im Hinblick auf die Bewältigung von Flugzeugabstürzen und deren Folgeschäden im Umfeld des Flughafens Hamburg analysieren,
Vorschläge zur Minimierung von Risiken und potenziellen Schäden sowie zur Verbesserung der Katastrophenabwehr aufzeigen,
untersuchen, inwieweit potenzielle Schadensverursacher (u.a. Airlines, Flughafen, Flugzeughersteller, Zubehörhersteller) in der Lage sind, die finanziellen Folgen einer Flugzeugkatastrophe in Hamburg zu bewältigen.
Begründung:
Über 90 Prozent der Flugzeugunfälle betreffen Gebiete im Nahbereich von Flughäfen und ereignen sich während der Anfangs- und Endphasen eines Fluges. Anders als bei den vielen anderen Flughäfen sind die Flugerwartungsgebiete für den Flughafen Hamburg dicht bebaut.
In den Einflugschneisen und im weiteren Flugerwartungsgebiet befinden sich dicht besiedelte Wohngebiete, zahlreiche Einrichtungen mit hoher temporärer Bevölkerungsdichte (Schulen, Einkaufszentren, großflächige Einzelhandelseinrichtungen, Kindergärten, kulturelle Einrichtungen, Sportstadien {u.a. Volksparkstadion}, Krankenhäuser etc.) und hochfrequentierte Verkehrswege (u.a. Langenhorner Chaussee, Kollaustraße, A7, U1, DB/S-Bahn, Ohechaussee, Ring 3). Ebenso befinden sich hier Anlagen mit erhöhtem Potenzial an Folgeschäden, u.a. Tankstellen, Gefahrstofflager, Industriebetriebe, Verkehrswege mit Gefahrstofftransporten).
Der Flughafen Schiphol hat eine erste Risikostudie anfertigen lassen, deren Autoren weiteren erheblichen Untersuchungsbedarf konstatiert haben. In Teilen kann auf diese Studie aufgebaut werden.
Erst in jüngster Zeit hat das Concorde-Unglück deutlich gemacht, welche Schadenshöhen bereits ein Absturz in dünn besiedeltes Gebiet erreichen kann.