NOTGEMEINSCHAFT DER
FLUGHAFEN-ANLIEGER HAMBURG E.V.
Holitzberg 120 - 22417 Hamburg - Telefax: 040/530 51 250
Mitglied in der Bundesvereinigung
gegen Fluglärm e.V
http://www.fluglaerm.de/hamburg/
Umweltzeichen für zunehmende
Umweltschäden?
Der Flughafen Hamburg Fuhlsbüttel und der
Umweltschutz
Umweltzeichen und Umweltpreise für den Flughafen Hamburg - diese
Meldungen gehen durch die Presse.
Gleichzeitig steigen die Belastungen durch den Flugverkehr. Der
Flughafen wird immer umweltunverträglicher. Immer mehr leidet die
Wohnbevölkerung unter dem Fluglärm des Flughafens Fuhlsbüttel,
wachsen die Schäden. Die Lärmschutzprogramme umfassen weniger
als 1 Prozent des Bedarfs. Wie passt beides zusammen?
Untersuchen wir genauer, was da als "Umweltzeichen"
und "Umweltpreis" verkauft wird:
- EU-Ökoaudit
Dieses bestätigt lediglich, dass der Flughafen Hamburg ein
Umweltmanagementsystem aufgebaut hat. Das bedeutet, er hat
organisatorische Massnahmen zur Erfassung der Umweltauswirkungen
getroffen. Über eine Reduzierung der Umweltschädlichkeit
trifft dies keine Aussage!
- Aerospace Industry Award
Auch dieser Preis, der anläßlich der 43. Air Show Paris vom
britischen Luftfahrt-Magazin Flight International vergeben wurde,
bezieht sich lediglich auf das Umweltmanagement, nicht etwa auf
besonders umweltfreundliches Verhalten!
Wie sieht die Leistungsbilanz des Flughafens Hamburg
tatsächlich aus?
Ist das Umweltmanagement zufriedenstellend?
Zu einem zielführenden Umweltmanagement gehören vor allem vier
Komponenten:
- angemessene Erfassung der Umweltauswirkungen
- Leitziele für echte Umweltverträglichkeit
- Eine Strategie zur Erreichung der Leitziele
- Eine Erfolgskontrolle
Während für Abfall und Abwasser hier bereits erste Erfolge des
Flughafens zu verzeichnen sind, sieht es bei der wichtigsten
Umweltbelastung eines innerstädtischen Flughafens, des Fluglärms,
düster aus!
- Schon die Erfassung des Fluglärms ist mangelhaft.
- Die Messstationen sind unzureichend, die Lärmbelastung dicht
besiedelter Wohngebiete, wie z.B. Willersweg / Beim Schäferhof
/ Moorreye / Tannenweg wird mangels Dauermessstation nicht adäquat
erfasst.
- Es gibt keine gesonderte Erfassung der Nachtruhestörungen
von Kindern (Zeitraum 19:00-07:00 Uhr), obwohl die Gesundheitsgefährdung
von Kindern genauso vom Gesetz verboten ist, wie die von
Erwachsenen.
- Es gibt keine Erfassung der Anzahl besonders schädlicher
Immissionen (über 70 dB(A))
- Dürftig sind auch die Umweltziele.
- So wird ein extrem lasches Lärmkontingent verfolgt, das
nicht vor Gesundheitsschäden schützt und gesundheitsschädlichen
Fluglärm nicht einmal auf das Flughafengebiet beschränkt.
Es legt lediglich fest, dass die mit über 62 dB(A)
Dauerschallpegel rund 20 km² nicht überschreiten darf.
Davon umfasst der Flughafen selbst nur 5 km². Die übrigen
15 km² bestehen fast ausschließlich aus Wohngebieten,
deren Verlärmung dem Flughafen durch das Lärmkontingent
gestattet wird! Für Friedrichshafen ist dagegen beispielsweise
festgelegt, dass 62 dB(A) Leq (6 verkehrsreichste Monate) auch in
den nächstgelegenen Wohngebieten nicht überschritten
werden dürfen.
- Nicht einmal die (schrottreifen) Kapitel-2-Flugzeuge sind von
Start und Landung ausgeschlossen (obwohl andere wohngebietsnahe
Flughäfen wie Berlin-Tempelhof, Berlin-Tegel sowie
Friedrichshafen dies so geregelt haben).
- Eine Strategie zur Reduzierung der Störung der Wohngebiete durch
Fluglärm ist nicht zu erkennen. Im Gegenteil:
- Mit dem Ausbau des Vorfeldes 2 und den Neubauterminals wird eine
weitere Zunahme des Luftverkehrs beabsichtigt, durch die der
Dauerschallpegel in den Wohngebieten (insbesondere Alstertal) sogar
um weitere 3 dB(A) wachsen soll.
- Die Verstöße gegen das Nachtruhegebot gemäß
§ 29 b Luftverkehrsgesetz haben allein im letzten Jahr um 40
Prozent zugenommen (Zeitbereich 22:00-24:00 Uhr).
- Die Lärmschutzhalle für Triebwerksprobeläufe, die
seit einigen Jahren fertig sein sollte, wird immer weiter verzögert.
Noch immer finden selbst nachts Probeläufe von extrem lauten
Maschinen nahe den Wohngebieten statt.
- Einerseits wird der Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel als
Stadtflughafen apostophiert und mit London City Airport (der etwa
gleich weit von der Londoner City entfernt ist wie Fuhlsbüttel
von der Hamburger Innenstadt) verglichen, andererseits wird mehr als
zehnmal so viel Flugverkehr durchgeführt, wie in London City.
Zudem: Während in London der Flugverkehr kurz nach 19 Uhr
praktisch zum Stillstand kommt, gehen in Hamburg die Maschinen bis
weit über 23 Uhr hinaus - nicht selten im 1-2 Minuten-Takt - im
Tiefflug über die Wohngebiete.
- Eine sinnreiche Erfolgskontrolle kann angesichts solcher Mängel
nicht erwartet werden.