NOTGEMEINSCHAFT DER
FLUGHAFEN-ANLIEGER HAMBURG E.V.
Holitzberg 120 - 22417 Hamburg - Telefax: 040/530 51 250
Mitglied in der Bundesvereinigung
gegen Fluglärm e.V
http://www.fluglaerm.de/hamburg/
Sicherheitsrisiko
Flughafen Hamburg?
Der Großflughafen Hamburg-Fuhlsbüttel liegt mitten in
Wohngebieten. Die Folgen von Abstürzen bleiben nicht auf das Flugzeug
und seine Insassen beschränkt. Nach dem Luftverkehrgesetz hat die
Sicherheit einen großen Stellenwert. Für den Flughafen Hamburg
- Fuhlsbüttel muß festgestellt werden, daß das Thema
Sicherheit nicht ausreichend beachtet wird:
- Zwar ist grundsätzlich richtig, daß Flugverkehr heute ein
beachtliches Sicherheitsniveau hat - wenn man das Risiko auf die
Personenkilometer bezieht. Tatsache ist jedoch auch, daß über
80 Prozent der Unfälle bei Starts und Landungen passieren -
also auf wenigen Promille der Flugstrecken. Im Umfeld der Flughäfen
ist das Risiko pro Flugkilometer also mehr als 1000 mal so hoch wie über
den Ozeanen. Eine Übersicht über die jüngsten Unfälle
finden Sie auf http://www.fluglaerm.de/hamburg/accid.htm
- Besonders gefährdet sind also die Einflugschneisen. In Hamburg führen
sie auf den letzten 10-20 Kilometern fast ausschließlich überdicht
bebautes und besiedeltes Gebiet.
- Inzwischen überschreitet der Flughafen die
sicherheitstechnischen Kapazitätsgrenzen.
Zur Zeit werden in Spitzenzeiten 15 Prozent mehr Starts und Landungen
durchgeführt als zulässig. Innerhalb der nächsten 10
Jahre wird damit gerechnet, dass die Limits um z.T. 100% überschritten
werden. Auch über weite Strecken des Tages wird das Landebahnsystem
den Verkehr nicht mehr sicher bewältigen können.
- Um innerstädtische Großflughäfen einigermaßen
verantwortbar betreiben zu können, ist eine Risikoanalyse
nötig, auf deren Basis eine safety policy entwickelt
wird. Die Risikoanalyse muß insbesondere
- mögliche Unfallszenarien aufzeigen einschließlich
zu erwartenderFolgewirkungen
- Risikoberechnungen für die einzelnen Gebiete
darstellen
- das Schadenspotential für die größten
anzunehmenden Unfälle (GAU) darstellen
- Strategien zur Schadensbegrenzung und Risikominderung
aufzeigen
- Diese Risikoanalyse fehlt für
Hamburg-Fuhlsbüttel völlig. Dies bedeutet, daß der
Wirtschaftsbehörde, die zugleich Aufsichtsbehörde und
Haupteigentümer ist, die grundlegenden Daten für eine
Sicherheitsstrategie fehlen
- die Einflugschneisen sind nicht frei.
Zahlreiche Routen der Rettungshubschrauber kreuzen die Einflugschneisen
- auf gleicher Höhe! So kommt es immer wieder - beispielsweise über
Langenhorn-Markt - zu Beinahezusammenstößen (near
crashes).

- alle Einflugschneisen führen über dicht bebaute Gebiete.
Flugzeuge, die bei Start oder Landung Probleme bekommen, finden
keine Gelegenheit zur Notlandung auf unbebautem Gebiet.
Damit ist auch das Risiko für die Passagiere höher als bei
normalen, frei gelegenen Flughäfen
- das Schadenspotential in den
Einflugschneisen ist - auch im internationalen Vergleich -
extrem hoch. Bei Unfällen muß
hier mit mehreren Tausend Toten und Verletzten gerechnet werden. Einige
Beispiele:
- Die AOL-Arena (früher Volksparkstadion) liegt direkt
in der südwestlichen Einflugschneise. Über dieses Stadion
hinweg werden mehr als 50.000 Flugbewegungen pro Jahr durchgeführt.
Bei einem Absturz auf das Stadion muß mit über 40.000
Toten gerechnet werden
- Das Ortszentrum Langenhorn liegt direkt in der
nordwestlichen Einflugschneise, über die mehr als 50% aller
Landungen durchgeführt werden. Mehrere Kirchen, Schulen und
Kindergärten, das Einkaufszentrum, der Wochenmarkt und dicht
besiedelte Wohngebiete sind betroffen.
- Die Großsiedlung Tegelsbarg liegt ebenfalls in der
nordwestlichen Einflugschneise, ebenso die Wohngebiete des nördlichen
Poppenbüttel.
- Die Elbvororte, das Elbe-Einkaufszentrum, die
Ortskerne von Eidelstedt, Stellingen und zahlreiche dicht
besiedelte Wohngebiete liegen in der südwestlichen
Einflugschneise.
- Die City-Nord liegt in der südöstlichen
Einflugschneise.
- Die Wohngebiete des Norderstedter Stadtteils Garstedt
liegen in der nördlichen Einflugschneise (über 50% aller
Starts).
- Alle Einflugschneisen kreuzen dicht befahrene Straßen,
die mehr als 40.000 Kraftfahrzeuge pro Tag aufweisen, z.B.
Langenhorner Chaussee, Ring 3, Kieler Straße, Lokstedter
Steindamm
- Bislang gibt es auch keine Analyse möglicher Folgeschäden.
So ist unbekannt, welche Folgewirkungen ein Absturz auf die
Gewerbebetriebe in den Einflugschneisen, darunter auch Chemiebetriebe,
verursachen kann.
- Trotzdem ist die Flugsicherung in Hamburg seit Oktober 1998
drastisch ausgedünnt worden. Die Fluglotsen sitzen jetzt in
Bremen und leiten von dort aus den Hamburger Anflugverkehr. Lediglich für
die allerletzte Phase des Landeanfluges stehen noch einige wenige
Mitarbeiter der DFS in Hamburg zur Verfügung.
Forderung der Notgemeinschaft
- Grundsätzlich sollte ein Flughafen auf solchen Gebieten angelegt
werden, bei denen die Einflugschneisen mindestens auf den letzten 5
Kilometern frei sind. In Hamburg ist dies nicht gegeben, da der Flughafen
Hamburg-Fuhlsbüttel stets nur provisorischen Charakter hatte
(die erste Landebahn wurde für die Berliner Luftbrücke
eingerichtet, die zweite als Übergangsmaßnahme bis zur
Fertigstellung des neuen Flughafens Hamburg-Kaltenkirchen).
- Sicherheit muß absoluten Vorrang vor allen anderen -
auch wirtschaftlichen und verkehrliche - Überlegungen haben. Dies
bedeutet, daß
- nur die sichersten Flugzeuge Start- und Landeerlaubnis
bekommen dürfen und eine ausführliche Kontrolle
stattfinden muß. Bereits Restzweifel an der Sicherheit müssen
zum Flugverbot führen.
- die Flugsicherung in Hamburg selbst präsent sein muß
und an die Fluglotsen erhöhte Anforderungen gestellt werden müssen.
- Flüge bei Wetterbedingungen mit erhöhten Risiken
unterbunden werden müssen. Hamburg ist kein Allwetterflughafen!
- die Anflugstaffelung (z.Z. tw. unter 1 Minute) auf ein
sichereres Maß gebracht werden muß. Ein
Mindestabstand von 10 nautischen Meilen ist einzuhalten.
- Hauptrouten von Rettungshubschraubern nicht mehr gekreuzt
werden.
Weitere Informationen zum
Flughafen Hamburg und seiner Sicherheit